Lage: Nördlich des Südholzes / Mergelbergwald, Bönen
Entstehungsjahr (See): ab 1975
Haupteigentümer: Regionalverband Ruhr (ehem. Kommunalverband Ruhrgebiet, seit 1984)
Funktion: Naherholungsgebiet, Biotop & Naturschutzfläche
Kurzcharakteristik
Der Mergelbergsee bildet zusammen mit dem umliegenden Wald- und Ziegeleigelände ein zentrales Naherholungs- und Naturschutzgebiet in Bönen. Entstanden durch Umgestaltungs- und Aufstauungsmaßnahmen in den 1970er Jahren, wandelte sich die ehemalige Bergbau- und Deponiefläche zu einem bedeutenden Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten.
Chronik und Entstehungsgeschichte
Erste Freizeiteinrichtungen (1970–1973)
- Ende 1970: Abstimmungstreffen zwischen der Naturschutzbehörde des Kreises Unna, der Gemeinde Bönen, dem Hegering, der Jagdgenossenschaft und Pächtern, um Erholungsnutzung, Jagd und Naturschutz frühzeitig zu koordinieren.
- 21. Oktober 1972: Eröffnung einer „Trimm-Dich-Strecke“ im Mergelbergwald, die in Eigenarbeit unter Mithilfe von Gemeinderatsmitgliedern errichtet wurde.
- Ende April 1973: Freigabe eines vom Touristenverein „Die Naturfreunde“ angelegten Naturlehrpfades.
- Oktober 1973: Schließung der bisherigen Müllkippe im Bereich der ehemaligen Ziegelei.
- Wegebau: Anlage eines durchgehenden Wanderwegs vom alten Ziegeleigelände über den Mergelberg bis zum Bönener Friedhof.
Anlage des Mergelbergsees (1975–1979)
- 1975 (Seegenerierung): Die Gemeinde Bönen pachtet ein 14,5 Hektar großes Gelände von der Klöckner-Werke AG. In einer natürlichen Bodensenke entsteht durch Grund- und Oberflächenwasser der Mergelbergsee (Wasserfläche: ca. 1,4 Hektar). Das Areal wird eingedeicht und mit einer zentralen Vogelinsel versehen.
- Februar 1979: Aufschüttung einer zweiten, langgestreckten Ruhe- und Brutinsel über das zugefrorene Gewässer inklusive Bepflanzung mit Weiden und Ufergehölzen.
- Amphibienteiche: Anlage zweier kleinerer Zusatzgewässer im Mergelbergwald speziell als Lebensraum für Frösche, Molche und Kaulquappen.
Besitzverhältnisse und Ehrenamt ab 1984
- 1984: Der Kommunalverband Ruhrgebiet (KVR, heute RVR) übernimmt die Flächen als Haupteigentümer.
- Ehrenamtlicher Naturschutz: Intensiver Einsatz der Landschaftswächter Bernhard Glüer und Günter Köhler, der Naturschutz-AG der Volkshochschule sowie weiterer Helfer bei Pflanzaktionen, Nistplatzbetreuung und Säuberungsarbeiten.
- Probleme: Wiederholter Vandalismus an der Trimm-Dich-Strecke, dem Grillplatz und Nistkästen sowie Störungen der Ufervegetation durch illegales Angeln.
Flora und Fauna
Durch die Aufgabe der Ziegelei und Müllkippe entwickelte sich das Gebiet zu einem ökologischen Trittstein:
- Säugetiere & Reptilien: Zwergspitzmaus, Bergeidechse, Blindschleiche.
- Vogelwelt: Turteltaube, Nachtigall, Waldohr-Eule, Sumpfrohrsänger sowie diverse Wasservögel (Brutinseln).
- Amphibien: Frösche, Molche.
- Pflanzenwelt & Insekten: Beifuß, Steinklee, Weidenröschen und artenreiche Wildkräuterfluren als Nahrungsgrundlage für Schmetterlinge und Insekten.