Die Geschichte der Molkereigenossenschaft Bönen
von Barbara Börste.
Landwirtschaft in der Krise, Tiefpreise am Milchmarkt, Milcherzeuger kämpfen ums Überleben. Schlagzeilen wie diese sind hinlänglich bekannt. Zurückzuführen ist die Krise des Milchmarktes auf die seit Jahren permanent sinkenden Preise für das Lebensmittel Milch. In keinem Land Europas zahlt der Verbraucher weniger für einen Liter Vollmilch als in Deutschland. Für viele Bauern reicht das, was die Molkereien ihnen zahlen, kaum mehr aus, um die Produktionskosten zu decken, geschweige denn um zu überleben. Angesichts dieser angespannten Situation möchte sicherlich so mancher Landwirt die Zeit zurückdrehen. Doch wann genau war sie, die gute alte Zeit?
Im 19. Jahrhundert, als die Stein-Hardenbergschen Agrarreformen zur Befreiung ihrer Vorfahren geführt hatten und Milchquote und Weltmarkt noch unbekannte Vokabeln waren? Trotz der neu gewonnen Freiheiten konnten die Bauern auch damals nicht zufrieden sein. Vielfach war die Abgabe von Feldfrüchten, Vieh, Holz oder anderen Naturalien an den Gutsherren lediglich durch langfristig tilgbare Geldrenten abgelöst worden.
Die Landwirte waren somit gefordert, ihre Erzeugnisse selbst in Geld zu verwandeln, wollten sie nicht in finanzielle Bedrängnis geraten oder sich von skrupellosen Geldverleihern abhängig machen. Zudem erschwerten Missernten und der Verlust von Vieh oftmals zusätzlich ihre Situation. Aufgrund der begrenzten Haltbarkeit wurde Rohmilch seit alters her zu Butter und Käse verarbeitet. Während die auf den kleinen Höfen in Butterfässern erzeugten Mengen zunächst nur der Selbstversorgung dienten, produzierten größere Güter und insbesondere auch Klöster über den eigenen Bedarf hinaus. Diese „Betriebe“ besaßen somit auch die ersten Molkereien. Die mit dem Wachstum der Städte verbundene ansteigende Nachfrage nach haltbaren Lebensmitteln und die desolate finanzielle Lage bäuerlicher Kleinbetriebe führten dazu, dass diejenigen, die über ausreichende Mengen Milch verfügten, ebenfalls über den Eigenbedarf hinaus produzierten. Da diese sogenannte Bauernbutter nicht an die Qualität
der „Gutsbutter“ heranreichte, konnte sie entsprechend nur zu weitaus niedrigeren Preisen verkauft werden. Die Folge: Um der Verschärfung des Existenzkampfes auf dem Land zu begegnen, schlossen sich ab Mitte des 19. Jahrhunderts mehr und mehr Landwirte nach den Modellen des Sozialreformers Friedrich Wilhelm Raiffeisen zu Genossenschaften zusammen. Auch in den damals noch allesamt ländlich geprägten Ortsteilen der heutigen Gemeinde Bönen fanden die Ideen des Reformers Zuspruch.
Die Landwirte waren somit gefordert, ihre Erzeugnisse selbst in Geld zu verwandeln, wollten sie nicht in finanzielle Bedrängnis geraten oder sich von skrupellosen Geldverleihern abhängig machen. Zudem erschwerten Missernten und der Verlust von Vieh oftmals zusätzlich ihre Situation. Aufgrund der begrenzten Haltbarkeit wurde Rohmilch seit alters her zu Butter und Käse verarbeitet. Während die auf den kleinen Höfen in Butterfässern erzeugten Mengen zunächst nur der Selbstversorgung dienten, produzierten größere Güter und insbesondere auch Klöster über den eigenen Bedarf hinaus. Diese „Betriebe“ besaßen somit auch die ersten Molkereien. Die mit dem Wachstum der Städte verbundene ansteigende Nachfrage nach haltbaren Lebensmitteln und die desolate finanzielle Lage bäuerlicher Kleinbetriebe führten dazu, dass diejenigen, die über ausreichende Mengen Milch verfügten, ebenfalls über den Eigenbedarf hinaus produzierten. Da diese sogenannte Bauernbutter nicht an die Qualität der „Gutsbutter“ heranreichte, konnte sie entsprechend nur zu weitaus niedrigeren Preisen verkauft werden. Die Folge: Um der Verschärfung des Existenzkampfes auf dem Land zu begegnen, schlossen sich ab Mitte des 19. Jahrhunderts mehr und mehr Landwirte nach den Modellen des Sozialreformers Friedrich Wilhelm Raiffeisen zu Genossenschaften zusammen. Auch in den damals noch allesamt ländlich geprägten Ortsteilen der heutigen Gemeinde Bönen fanden die Ideen des Reformers Zuspruch.
So trafen sich am 5. Juli 1893 insgesamt 28 Bauern, die überwiegend Milchwirtschaft betrieben, zur ersten ordentlichen Generalversammlung der Molkereigenossenschaft Bönen in der Gastwirtschaft Vockelmann. Eine Ein- und Verkaufsgenossenschaft, die der Verbesserung des Absatzes der landwirtschaftlichen Erzeugnisse und der Vergünstigung des Erwerbs von Saatgut und Düngemitteln dienen sollte, gründete sich in Bönen erst fünf Jahre später am 5. Mai 1898. Die Molkereigenossenschaft Bönen setzte sich aus einem Vorstand mit fünf Mitgliedern und einem Aufsichtsrat mit sechs Mitgliedern zusammen, die für sechs Jahre in dieses Ehrenamt von der Generalversammlung gewählt wurden. Lediglich der ebenfalls von der Generalversammlung gewählte Rendant erhielt eine Vergütung, die auf Grundlage des Umsatzes berechnet wurde. Schon in der ersten Generalversammlung im Juli 1893 wurde der Bau einer Molkerei beschlossen. Errichtet wurde das Gebäude auf einem Grundstück an der Ecke Bahnhofstraße/Bachstraße, das zuvor von dem Eigentümer Wienpahl für 3.000 Mark erworben worden war. Mit der Fertigstellung des Bauwerks und der Ausstattung mit Maschinen durch die Eisengießerei und Maschinenfabrik Ferdinand Schultz & Co aus Lünen konnte der Molkereibetrieb am 25. Januar 1894 aufgenommen werden. Als erster Molkereiverwalter war bereits im November des Vorjahres der Meier L. Johansen aus Neustadt eingestellt worden.
Vom Natureis zur Kältemaschine
In den ersten Jahren wurden die Molkereiprodukte ausschließlich mit Natureis gekühlt. Zu diesem Zweck befand sich neben dem Butterlagerraum ein sogenannter Eiskeller, der in den Wintermonaten mit Eisblöcken aus den umliegenden Teichen bestückt wurde. Da diese Art der Kühlung nicht den hygienischen Anforderungen genügte, wurde im April 1896 eine Kälteerzeugungsmaschine in Betrieb genommen. Aus diesem Jahr stammt auch eine holzgeschnitzte Butterform, in der festgehalten ist, dass die Molkerei in Bönen die „einzige Molkerei in Westfalen mit Kältemaschine“ ist. Für eine weitere Verbesserung sorgte der zwei Jahre später angeschaffte Separator, durch den der Butterertrag wesentlich erhöht werden konnte. Auf Anordnung der Polizeibehörde musste im gleichen Jahr ein Pasteurisierungsapparat aufgestellt werden, der für eine keimfreie Milch sorgen sollte.
Die häufige Erkrankung des Milchviehs an der Maul- und Klauenseuche machte diese Maßnahme erforderlich. Ein weitaus größeres Problem für die Molkerei war jedoch der schon bald nach der Inbetriebnahme festgestellte Mangel an Wasser. Da der vorhandene Brunnen nicht genug Wasser für den Betrieb der Kühlmaschine lieferte, gelangte die Butter in weichem Zustand in den Versand. Um Abhilfe zu schaffen, wurde ein weiteres Bohrloch gegraben, bevor die Molkerei 1907 an das neue Wasserleitungsnetz der Gemeinde angeschlossen wurde. Mit der Abteufe der Zeche Königsborn III/IV im Jahr 1899 schnellten die Bevölkerungszahlen, insbesondere in Altenbögge und Bönen, durch den Zuzug von Bergarbeitern und ihren Familien explosionsartig in die Höhe. Zur besseren Versorgung der zahlreichen Einwohner richtete die Molkerei um die Jahrhundertwende eine Verkaufsstelle für Butter, Süßrahm, Voll-, Mager- und Buttermilch ein.
Gleichzeitig wurden zwei Pferdefuhrwerke für den Vertrieb in den Straßen eingesetzt, auf denen sich die Fuhrunternehmer Rädel und Schulte als Milchverkäufer betätigten. Im Dezember des Jahres 1903 verarbeitete die Molkerei bereits täglich 1.800 Liter Milch. Eine Produktmenge, der die alte Kälteerzeugungsmaschine langfristig nicht gewachsen war und die deshalb 1911 durch eine neue Maschine ersetzt wurde. Zur günstigeren Beschaffung von Maschinen und Molkereibedarfsartikeln sowie zur Verbesserung des Absatzes der Molkereiprodukte schloss sich die Molkerei Bönen 1921 der Ein- und Verkaufsgenossenschaft Westfälischer Molkereien in Münster an. Dennoch wurden die Schwierigkeiten während der auf den Ersten Weltkrieg folgenden Inflation und schweren Wirtschaftskrise so groß, dass die Generalversammlung 1924 heftig über die künftige Existenzmöglichkeit der Molkerei diskutierte. In einer weiteren Versammlung wurde noch im gleichen Jahr beschlossen, die Molkerei an den damaligen Leiter Rudolf Siemssen zu verpachten. Da auch mit dieser aßnahme nicht die erhofften wirtschaftlichen Erfolge erreicht wurden, ging die Molkerei ab dem 1. März 1931 wieder in die Regie der Genossenschaft über. In den kommenden Jahren nahm die Zahl der Mitglieder der Molkereigenossenschaft stetig zu, und als der Molkereifachmann Heinrich Heese im Jahr 1931 die Leitung des Betriebes übernahm, hatten sich 80 Bauern der Vereinigung angeschlossen.
Einkaufen in der Molkerei
Die gravierendste Änderung für die Milchwirtschaft brachte die 1933 eingeführte sogenannte Milchmarktordnung mit sich. Darin wurden die Einzugsgebiete für die einzelnen Molkereien festgelegt, das heißt alle milchviehhaltenden Betriebe waren gezwungen, ihre Milch an eine bestimmte Molkerei zu liefern. Sinn dieser Maßnahme war es, die selbstständige Versorgung der Bevölkerung mit Fett und Eiweiß im Kriegsfall sicherzustellen. In Bönen verdoppelte sich aufgrund dieser Anordnung die angelieferte Milchmenge von einem Tag auf den anderen und erforderte die sofortige Anschaffung eines 6.000-Liter-Milchtanks sowie den weiteren Ausbau der Molkerei. Der Aufschwung ermöglichte zudem die Verbesserung und die Neuanschaffung weiterer technischer Anlagen.

Die gravierendste Änderung für die Milchwirtschaft brachte die 1933 eingeführte sogenannte Milchmarktordnung mit sich. Darin wurden die Einzugsgebiete für die einzelnen Molkereien festgelegt, das heißt alle milchviehhaltenden Betriebe waren gezwungen, ihre Milch an eine bestimmte Molkerei zu liefern. Sinn dieser Maßnahme war es, die selbstständige Versorgung der Bevölkerung mit Fett und Eiweiß im Kriegsfall sicherzustellen. In Bönen verdoppelte sich aufgrund dieser Anordnung die angelieferte Milchmenge von einem Tag auf den anderen und erforderte die sofortige Anschaffung eines 6.000-Liter-Milchtanks sowie den weiteren Ausbau der Molkerei. Der Aufschwung ermöglichte zudem die Verbesserung und die Neuanschaffung weiterer technischer Anlagen.
Außerdem erhielt die Molkerei eine eigene Tankanlage, und der gesamte Hof wurde aus Gründen der Sauberhaltung gepflastert. Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurde die Aufwärtsentwicklung erneut unterbrochen. Erhebliche Schwierigkeiten bereitete zudem nach wie vor die Wasserversorgung, die nach der Zerstörung der Möhnetalsperre im Mai 1944 gänzlich zusammenbrach. Nur durch den Einsatz der Feuerwehr, die tagelang Wasser aus dem nahe gelegenen Brunnen des Jahnbades zur Molkerei pumpte, konnte der Betrieb aufrechterhalten bleiben. Die Schlauchleitung wurde schließlich durch eine Rohrleitung ersetzt und der schon ad acta gelegte Plan, das zur Kühlung notwendige Wasser dem Schwimmbad zu entnehmen und nach Gebrauch wieder zurückzuleiten, wurde letztendlich doch noch umgesetzt. Beim Bombenangriff auf Bönen am 27. März 1945 entstanden auch an den Gebäuden und Maschinen der Molkerei erhebliche Schäden. Mit dem Ende des Krieges wurde der Molkereileiter Heese verhaftet und zu einer Haftstrafe verurteilt. Nach seiner Freilassung und der Beseitigung der Kriegsschäden übernahm er erneut den Betrieb und forcierte den, gerade auch in Anbetracht der durch den Zuzug von Vertriebenen gestiegenen Bevölkerungszahl, notwendigen weiteren Ausbau.
1949 wurde die Vorderfront zur Straße verlegt und in den Jahren 1955/56 fand eine großzügige Erweiterung des Betriebes statt.
So wurden eine neue Käserei, ein Milchtanklager, ein Flaschenfüllraum, ein
Kühlraum im Keller sowie einige Büroräume errichtet.

Der Siegeszug des Joghurts
1960 wurden von den inzwischen 320 Genossenschaftsmitgliedern rund fünf Millionen Liter Milch angeliefert. Was in den ersten Jahren nach dem Krieg noch mit dem eigenen Pferdewagen geschah, wurde nun von Milch-Fuhrleuten übernommen, die jeden Morgen die Milch von der jeweiligen „Milchbank“ des Bauern abholte. Die leeren Kannen trugen eingestanzte Nummern, um Verwechselungen zu vermeiden und wurden mit jeder Fuhre zurückgebracht. Rund 60 Prozent dieser Milch wurde als Trinkmilch verwendet und der Rest zu weiteren Produkten verarbeitet. So wurden im selben Jahr unter anderem 90.000 Kilogramm Butter und 35.000 Kilogramm Schichtkäse und Quark produziert. Großer Beliebtheit erfreute sich besonders in den Sommermonaten das gute Milchspeiseeis. Eine Neuheit war die Einrichtung einer Produktionsstätte für Joghurt. Für das neuartige Milchprodukt vom Balkan wurde entsprechend kräftig geworben, und ein Handzettel informierte über die gesundheitlichen Vorzüge des Erzeugnisses, von dem 1960 schon 15.000 Kilogramm hergestellt wurden.

Ein geringer überschüssiger Teil wurde dem Trockenmilchwerk in Lippstadt zugeführt. Nach der Schließung der Molkereien in Rhynern (1961) und Hemmerde (1962) erhöhte sich die Zahl der angelieferten Liter Milch auf sechs Millionen und überschritt 1968 gar die sieben Millionengrenze. Gleichzeitig wurde auf höchste Qualität geachtet und die Molkerei erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen für hervorragende Leistungen bei der Herstellung von Trinkmilch und Milcherzeugnissen. Bevorzugten die Verbraucher immer häufiger den Kauf edler Milchprodukte wie Sahne, Quark und Joghurt, sanken die Absatzzahlen der reinen Trinkmilch. Nordrhein-Westfalen warb daher zum Beispiel unter der Losung „Die Jugend liefert die Konsumenten von morgen“ für das Schulmilchfrühstück. In den Bönener Schulen stieß das Angebot aufgrund des damaligen Personalmangels auf wenig Resonanz. Später wurde die neue Verpackung der Milch in Kunststofffolien zum Hinderungsgrund. So hatten die Pädagogen der Goetheschule Sorge, dass die Wände der Klassenräume bespritzt und die Kleidung der Kinder verschmutzt werden könnte.

20.000 Liter Milch fassten die drei Milchtanks der Molkerei Bönen. Foto: GA.
Die Molkerei hatte 1968 die Produktion der Flaschenmilch im Zuge der Rationalisierung eingestellt. An deren Stelle erhielten die Verbraucher die Trinkmilch nun in einer Kunststoffpackung oder in der sogenannten Pergatüte. Beide Verpackungen wurden als geschmacksneutral, platzsparend, gut entsorgbar und als gewichtsmäßig leichter angepriesen. Zudem wurde mit der längeren Haltbarkeit der Milch geworben. Als weitere Rationalisierungsmaßnahme wurde die Produktion von Joghurt und Frischkäse eingestellt und an die Arbeitsgemeinschaft der Molkereien Werne, Neuenkirchen und Unna übergeben. Ab September 1971 gehörte auch die Kannenanlieferung zur Molkerei der Vergangenheit an. Die körperlich schwere Arbeit der Fuhrleute wurde nunmehr durch vier Sammeltankwagen einer Spedition ersetzt, die die Rohmilch nunmehr direkt beim Bauern abholten.
Nach 80 Jahren Fusion mit dobomil Mit diesen Aktionen und dem Bemühen, die Milch so rationell wie möglich zu verarbeiten, versuchte die Molkerei sich in dem harten Wettbewerb zu behaupten, der sich im Rahmen des gemeinsamen europäischen Milchmarktes bemerkbar machte. Aber auch die Kostensenkung bei der Verarbeitung der Milch reichte bedingt durch den inzwischen eingetretenen Preisverfall nicht aus, ein weiteres Sinken der durchschnittlichen Erzeugerpreise zu verhindern. Die Auswirkungen dieses sich immer schneller entwickelnden Strukturwandels in der nordrhein-westfälischen Milchwirtschaft wurde besonders durch die Schließung bzw. die Zusammenlegung zu größeren Unternehmenseinheiten zahlreicher Molkereien deutlich. So verringerte sich die Zahl von 347 Betrieben im Jahr 1950 auf unter 160 Unternehmen gegen Ende der 1960er Jahre. Die Molkereigenossenschaft Bönen gab ihre Selbstständigkeit im achtzigsten Jahr ihres Bestehens auf und fusionierte am 1. Januar 1972 mit der Milchversorgung Dortmund-Bochum (dobomil), nachdem sie den Betrieb bereits seit dem an diese verpachtet hatte. Während die Verpachtung noch durch Heinrich Heese eingeleitet worden war, war für die Abwicklung der Fusion bereits sein Nachfolger, der neue Geschäftsführer Theo Lampen verantwortlich. Für Experten markierte die Fusion bereits den Anfang vom Ende und so entschieden die Vorstandsmitglieder des Konzerns auch bereits vier Jahre später die Produktion in Bönen einzustellen. Die Bönener Molkerei wurde zu einem reinen Auslieferungslager.
Daran änderte auch die Zusammenlegung der dobomil mit den Milchwerken Bielefeld-Herford am 1. Januar 1979 zur Milchwerke Westfalen e.G. nichts. Im Zuge der Vertriebskonzentration auf ein Zentrallager in Bochum wurden in den Jahren 1983/84 sämtliche kleineren Vertriebsstellen geschlossen, so auch die Molkerei Bönen, die einst neben der Zeche einer der größten Arbeitgeber der Gemeinde war. Da sich kein Käufer für das Gebäude fand, wurde es im Jahr 1986 abgerissen und durch einen Neubau ersetzt, in dem sich heute ein Supermarkt befindet.
Quelle: Jahrbuch der Gemeinde Bönen 2017